Um heute einen eigenen Zcash-Full-Node zu betreiben, nutzen Sie Zebra, den Rust-Node der Zcash Foundation, denn zcashd wurde am 18. Juli 2026 endgültig eingestellt. Planen Sie rund 300 GB Speicherplatz ein, installieren Sie eine fertige Binärdatei, ein Docker-Image oder bauen Sie aus dem Quellcode, und lassen Sie den Node synchronisieren, was laut Zebra-Doku im Mainnet Tage dauert. Diese Anleitung folgt den offiziellen Seiten und sagt, was wir nicht bestätigen konnten.
Stand: 12. Oktober 2026
Alles hier stammt aus Zebras Dokumentation (zebra.zfnd.org), den GitHub-Releases von Zebra, dem End-of-Support-Hinweis im zcashd-Repository und der zcashd-End-of-Life-Seite, gelesen am 12. Oktober 2026. Wir haben Zebra für diese Anleitung weder installiert noch gestartet; alle Befehle sind aus der Doku zitiert und nicht von uns getestet. Versionen und Standardwerte ändern sich: Prüfen Sie die verlinkten Seiten, bevor Sie einen Befehl kopieren.
Warum einen Node betreiben, und was er nicht ist
Ein Full Node lädt die gesamte Zcash-Blockchain herunter und prüft sie selbst. Zebras Run-Seite nennt als Einsatzzwecke: Backend für lightwalletd (den Server, mit dem Light Wallets sprechen, siehe Light Wallet), Backend für einen Mining-Pool und HTTP-Health-Endpunkte für Kubernetes und Load Balancer. Eine Wallet ist er nicht: Zum Halten von ZEC brauchen Sie weiterhin eine Wallet, siehe unseren Wallet-Vergleich. Wie Nodes ins Netzwerk passen, steht in So funktioniert Zcash.
zcashd ist weg: Was stattdessen läuft
Das offizielle zcashd-Repository nennt den endgültigen End-of-Support-Halt am 18. Juli 2026 bei
Blockhöhe 3.417.100: Jeder unveränderte zcashd-6.20.0-Node hat sich bei dieser Höhe
abgeschaltet, und das Repository wurde am 19. Juli 2026 archiviert. Es verweist auf die Node-Implementierungen
Zebra und Zakura sowie auf Zallet als Full-Node-Wallet. Die End-of-Life-Seite ergänzt, dass Zallet Alpha.4 eine
zcashd-wallet.dat migrieren kann, und empfiehlt Betreibern ohne Bedarf an der zcashd-Wallet den Wechsel zu
Zebra. Ob Zebra die Chain-Daten von zcashd weiterverwenden kann, sagt sie nicht; deshalb behaupten wir es
nicht. Was das Ende für alte Wallet-Setups bedeutete, steht in unserer
Anleitung zur Wallet-Fehlersuche.
Was Ihr Rechner braucht
Angaben aus Zebras Anforderungsseite:
| Ressource | Empfohlen | Minimum |
|---|---|---|
| CPU | 4 Kerne | 2 Kerne |
| RAM | 16 GB | 4 GB |
| Freier Speicher | 300 GB | 300 GB |
- Speicher: rund 300 GB Mainnet-Daten im Cache und 10 GB für das Testnet. Beim Start aus einem State-Snapshot braucht es vorübergehend etwa das Doppelte, solange das Archiv entpackt wird.
- Bandbreite: empfohlen sind 100 Mbit/s und 300 GB Up- und Download pro Monat; die erste Synchronisation umfasst rund 300 GB Download, und die Seite rechnet mit Wachstum; danach 10 MB bis 10 GB pro Tag, je nach Transaktionen und Peer-Anfragen.
- Latenz: Zebra braucht einige Peers mit einer Umlaufzeit von höchstens 2 Sekunden.
Zebra installieren
Zebras Installationsseite nennt drei Wege.
1. Fertige Binärdatei. Für Linux auf x86_64 und aarch64, gebaut unter Ubuntu 22.04; unterstützt werden unter anderem Ubuntu 22.04 oder neuer, Debian 12 oder neuer, RHEL 9 oder neuer und Amazon Linux 2023, die Binärdateien brauchen glibc 2.34 oder neuer. Installation mit cargo-binstall:
cargo binstall zebrad
Die Seite zeigt auch, wie man ein heruntergeladenes Archiv aus dem GitHub-Release prüft (ersetzen Sie
<version> durch die heruntergeladene Version):
gh attestation verify zebrad-<version>-x86_64-unknown-linux-gnu.tar.gz \
--repo ZcashFoundation/zebra \
--signer-workflow ZcashFoundation/zebra/.github/workflows/zfnd-release-binaries.yml \
--source-ref 'refs/tags/v<version>'
cosign verify-blob SHA256SUMS \
--bundle SHA256SUMS.sigstore.json \
--certificate-identity='https://github.com/ZcashFoundation/zebra/.github/workflows/zfnd-release-binaries.yml@refs/tags/v<version>' \
--certificate-oidc-issuer='https://token.actions.githubusercontent.com'
sha256sum --ignore-missing -c SHA256SUMS
tar xzf zebrad-<version>-x86_64-unknown-linux-gnu.tar.gz
2. Docker. Das offizielle Image heißt zfnd/zebra auf Docker Hub. Zebras Docker-Seite gibt diesen Befehl
an; das benannte Volume behält den Chain-State über Neustarts hinweg, und -p 8233:8233 veröffentlicht den
Mainnet-Peer-to-Peer-Port:
docker run -d \
--name zebra \
-p 8233:8233 \
-v zebrad-cache:/home/zebra/.cache/zebra \
zfnd/zebra
Als empfohlenen Weg für ein fertiges Setup nennt die Seite Docker Compose:
git clone --depth 1 https://github.com/ZcashFoundation/zebra.git
cd zebra
docker compose -f docker/docker-compose.yml up
3. Aus dem Quellcode bauen. Nötig sind die neueste stabile Rust-Toolchain sowie clang und libclang (die Seite weist darauf hin, dass diese meist getrennte Pakete sind):
git clone https://github.com/ZcashFoundation/zebra.git
cd zebra
cargo build --release --bin zebrad
target/release/zebrad start
Auf Arm warnt die Seite, den Rust-Compiler für Arm zu installieren, weil ein Build mit x86_64-Werkzeugen sehr langsam laufen kann.
Konfigurieren und starten
Ohne Konfigurationsdatei nutzt Zebra seine Standardwerte. Um sie in eine bearbeitbare Datei zu schreiben, gibt die Run-Seite an:
zebrad generate -o ~/.config/zebrad.toml
Dieser Pfad ist der Standardort unter GNU/Linux; für andere Systeme verweist die Seite auf die Dokumentation
des dirs-Crates. Gestartet wird mit zebrad start, wie in den Schritten zum Bauen aus dem Quellcode. Um den
Fortschritt zu sehen, setzen Sie tracing.progress_bar in zebrad.toml: Laut Seite zeigt
progress_bar = "summary" wenige Kennzahlen und detailed alle, und die Schätzungen der Fortschrittsanzeige
können extrem groß werden. Bei aktiver Fortschrittsanzeige schreibt Zebra seine Logs in eine Datei.
Rückgabecodes: 0 Erfolg, 1 erfolgloser Abbruch, 2 Absturz.
Die Run-Seite sagt, dass eine erste Synchronisation ab Genesis im Mainnet Tage dauert und dass man mit einem State-Snapshot ab einer aktuellen Höhe starten kann. Die Snapshot-Anleitung haben wir nicht gelesen und sagen deshalb nichts dazu, woher Snapshots kommen oder wie man sie prüft; lesen Sie die Seite, bevor Sie einen nutzen.
Ports und Firewall
Aus Zebras Docker-Seite (TCP):
| Port | Zweck | Standard |
|---|---|---|
| 8233 | Peer-to-Peer, Mainnet | aktiv |
| 18233 | Peer-to-Peer, Testnet | aktiv |
| 8232 | RPC, Mainnet | deaktiviert |
| 18232 | RPC, Testnet | deaktiviert |
| 9999 | Prometheus-Metriken | deaktiviert |
| 8080 | Health-Endpunkte | deaktiviert |
Zebras Anforderungsseite sagt, dass ausgehende Verbindungen zum Synchronisieren nötig und eingehende optional,
aber empfohlen sind. Steht Ihr Node hinter Firewall oder NAT, öffnen Sie den Peer-to-Peer-Port und erwägen Sie,
external_addr auf Ihre öffentliche IP zu setzen, damit Peers Sie finden. Ohne veröffentlichten
Peer-to-Peer-Port synchronisiert Zebra weiterhin über ausgehende Verbindungen, nimmt aber keine eingehenden
Peers an. Lassen Sie den RPC-Port aus, wenn Sie ihn nicht brauchen; er ist standardmäßig deaktiviert. Wenn Sie
ihn aktivieren, nennt Zebras Docker-Seite die Einstellungen ZEBRA_RPC__LISTEN_ADDR und
ZEBRA_RPC__ENABLE_COOKIE_AUTH und sagt, dass das RPC-Cookie nur erzeugt wird, wenn RPC und
Cookie-Authentifizierung aktiv sind. Das lightwalletd-Beispiel schaltet die Cookie-Authentifizierung aus, weil
lightwalletd sie nicht unterstützt.
Aktuell bleiben
Netzwerk-Upgrades ändern Konsensregeln, und ein Node, der ihnen nicht folgt, folgt der Chain nicht mehr: Das Upgrade NU6.3 (Ironwood) wurde im Mainnet am 28. Juli 2026 bei Block 3.428.143 aktiv (siehe unseren Ironwood-Statusartikel und den Netzwerk-Upgrade-Tracker). Zu Zebras eigenen Releases lesen Sie die Notizen jeder Version:
- Zebra 6.4.2 (als 25. September angezeigt; die Seite zeigt kein Jahr) ist ein Sicherheits-Release, das einen aus der Ferne auslösbaren Denial-of-Service bei manipulierten V6-Transaktionen behebt. Laut Notizen soll man so schnell wie möglich aktualisieren, wenn man 6.4.0 oder 6.4.1 nutzt; die Releases-Seite führt beide als zurückgezogen und rät davon ab, sie zu betreiben.
- Zebra 7.0.0-rc.0 (2. Oktober) ist ein Release Candidate mit Fokus auf NU7 im Testnet. Laut Notizen müssen Mainnet-Betreiber nicht aktualisieren. NU7 behandelt unser NU7-Erklärer.
- Zebra 6.2.3 (28. Juli) sagt, dass der mitgelieferte Sidecar dem Mainnet über die Ironwood-Aktivierung
hinaus folgt und dass überwachte Setups mit
zcashd_source = "embedded"aktualisieren mussten; sonst wird es als optional beschrieben.
GitHub hat 7.0.0-rc.0 als „latest“ markiert, obwohl es ein Candidate ist; prüfen Sie das stabile Tag deshalb von Hand.
Eine Alternative: Zakura
Das zcashd-Repository nennt Zakura als zweiten Konsens-Node. Zakuras eigene Seite beschreibt ihn als „consensus-compatible Zcash full node, built for scale“ mit nativem Block-Pruning, einem zcashd-Kompatibilitätsmodus und einer experimentellen Peer-to-Peer-Schicht und nennt Release 1.6.0. Die Geschwindigkeitsangaben (Synchronisation „nearly 5x faster than other full nodes“, gekürzte Nodes „in 2 minutes“ aus veröffentlichten Snapshots) sind Zakuras eigene Aussagen ohne Angabe von Hardware oder Bedingungen, und wir haben sie nicht gemessen. Die Seite nennt keine Installationsbefehle und keine unterstützten Plattformen; diese Anleitung behandelt die Einrichtung von Zakura deshalb nicht.
Was wir nicht prüfen konnten
- Synchronisationsdauer und RAM während der Synchronisation. Zebras Doku sagt „Tage“ und nennt Hardware-Empfehlungen, keine gemessenen Zeiten.
- Weiterverwendung von zcashd-Daten. Weder die End-of-Life-Seite noch Zebras Installationsseite sagt, dass es geht.
- Windows und macOS. Die Installationsseite nennt fertige Binärdateien nur für Linux und verweist sonst auf Docker oder den Bau aus dem Quellcode; darüber hinaus wissen wir nichts.
- State-Snapshots. Die Run-Seite verweist darauf; Anleitung und Vertrauensmodell haben wir nicht gelesen.
- Aktueller Stand von Zallet. Die End-of-Life-Seite nennt Zallet Alpha.4; neuere Versionen haben wir nicht geprüft.
- Datenschutz- oder Sicherheitsgarantien eines eigenen Nodes. Die Seiten machen solche Aussagen nicht, wir auch nicht.
Quellen
Zebra: Installation, Betrieb, Anforderungen, Docker, Zebra-Releases, Hinweis im zcashd-Repository, zcashd-End-of-Life-Seite und Zakura. Für Wallets ohne eigenen Node siehe unser Wallet-Verzeichnis.
